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Von und mit Pferden lernen

„Eigentlich wollte ich nur, aber dann …“, solche Sätze sind (fast) Standard im Arbeitsalltag. Wirkung und Auswirkungen von Kommunikation beinhalten ...


Ganzheitliche Kommunikation und Feedback in einer anderen ­Dimension erleben

„Eigentlich wollte ich nur, aber dann …“, solche Sätze sind (fast) Standard im Arbeitsalltag. Wirkung und Auswirkungen von Kommunikation beinhalten verschiedene Aspekte. Ob Sach- oder Beziehungsebene, verbale oder non-verbale Kommunikation, vieles was nur gut gemeint war, erreicht den Empfänger nicht zielgerichtet und wird nicht verstanden. Missverständnisse und Störungen im Arbeitsablauf sind die Folge.

Was passiert, wenn wir kommunizieren, gegebenenfalls auch noch unter Stress und Hektik? Wie viel von dem, was gesagt wurde, kommt an, wie viel Zeit benötigt selbst „einfache“ Kommunikation? Was bedeutet in diesem Fall „einfach“ – und für wen?

Um Kommunikation ganzheitlich zu betrachten und immer weiter zu professionalisieren, bedarf es eines Konzepts, das alle Aspekte des Themas „trainierbar“ macht – und idealerweise auch ganzheitliches Feedback gibt. Ein Konzept, das dies ermöglicht, ist das der Horse Assisted Education.

Kim Burzan ist zertifizierter Business Coach und Trainer Sie verfügt über 15 Jahre Berufserfahrung und bietet unter anderem das HAE-Konzept an.

Das Konzept der sogenannten Horse Assisted Education (HAE) baut laut Burzan auf Erkenntnissen der Erlebnispädagogik auf. Einmal Erlebtes soll nachhaltig abrufbar im Gedächtnis bleiben und durch weiteres Training die Trainingsinhalte in den Arbeits­alltag transferiert werden. Es gibt mehrere Formate der Erlebnis­pädagogik. Gemeinsames Merkmal von Trainings im Hochseilgarten oder pferdegestützter Konzepte ist, dass sich die Teilnehmer mit neuen Herausforderungen in (meist) ungewohnter Umgebung, beziehungsweise unbekanntem Kontext wiederfinden. Im Fokus des Konzepts stehen, so Burzan, Soft Skills und non-verbale Kommunikation – die von hoher Relevanz für Kommunikation und eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Team sind.

HAE positioniert das Pferd als zentralen Bestandteil des Trainings. Pferde reagieren unmittel­bar auf kleinste Veränderungen, beispielsweise in der Körpersprache der Teilnehmer. Hier gilt, so die Trainerin, das erste Axiom Watzlawicks: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Während des Trainings arbeitet das Konzept mit Metaphern, die auf der gemeinsamen Geschichte zwischen Mensch und Pferd gründen, zum Beispiel „jemanden an der langen Leine führen“ oder „jemanden an die Kandare nehmen“. Trainings der HAE thematisieren unter anderem Change Management, das Führen von Menschen, Selbstführung, Kommunikation, authen­tisches Auftreten oder Zusammen­arbeit im Team.

Die Pferde fungieren laut Bur­zan als Spiegel für das Verhalten der Teilnehmer: „Wichtige Elemente sind emotionale Verankerung und Nachhaltigkeit. Pferde ermöglichen Brücken zwischen Menschen, ganz ohne Gesichtsverlust – in interkulturellen Seminaren sogar zwischen verschie­denen Kulturen. Die Teilnehmer werden offener, wohlwollender, neuen Sichtweisen gegenüber aufgeschlossener, kooperativer und kreativer.“

Während der praktischen Übungen sind die Pferde die eigentlichen Trainer. Die Seminarleitung begleitet hier eher den Prozess. Ansatz der HAE-Konzepte ist, eige­nes Verhalten zu reflektieren und neue Impulse zu erhalten. Mögliche Ergebnisse sind eine bewuss­tere Selbstwahrnehmung und die erweiterte Wahrnehmung hinsichtlich des Eigen- und Fremdverhaltens. Die Seminarleitung bietet eine professionelle Reflexion und eine (individuelle) professionelle Nachbereitung.

Das Konzept gibt Raum, das Wirken und die Auswirkungen des eigenen Verhaltens zu erleben und zu reflektieren. Annahme ist, dass jeder Teilnehmer die Themen sieht, die für ihn momentan relevant sind; dies gilt ebenso für die Prozesse, die während der Beobachtung der anderen Teilnehmer in jedem Teilnehmer ablaufen. Darüber hinaus wird den Teilnehmern größtmöglicher Raum für das individuelle Erleben und persönliche Reflektieren gegeben. Statt Auswertung oder Bewertung gibt es unterschiedliche Feedbacks:

  • Direkt, während der Übung durch das Pferd,
  • durch ein „Ein Wort Feedback“ nach der Übung,
  • durch das Beobachten der anderen Teilnehmer,
  • durch individuelle Reflexion mit dem Trainer

In diesem Sinne existiert kein „richtig“ oder „falsch“. Es geht nicht um „reiten“ oder Pferdetraining, daher sind keine Pferdekenntnisse nötig.
Alle Trainings werden individuell an den Praxisanforderungen der Teilnehmer ausgerichtet. Die Seminare finden für Deutschland in den Regionen München, Frankfurt oder Hamburg statt. Ebenso werden Seminare in Portugal oder Ungarn angeboten.

(wird fortgesetzt)